22.10.2021 15:15

Neues Verfahren am EvK Herne: Thrombektomie

Kann schwere Behinderungen bei akutem Schlaganfall verhindern


Dr. Lars Keller, Dr. Oliver Kuhnt, M.D. Firas Arshid (v.l.)

Für die Akutversorgung von Schlaganfallpatient*innen ist das Evangelische Krankenhaus Herne mit seiner Klinik für Neurologie unter der Leitung von Chefärztin Dr. Sylke Düllberg-Boden die einzige Anlaufadresse auf Herner Stadtgebiet. Mit der Thrombektomie erweitert die Klinik ihr Behandlungsspektrum, um einen akuten Schlaganfall noch wirksamer behandeln zu können. Bei dem Verfahren erfolgt die Entfernung von Blutgerinnseln im Gehirn über einen Katheter. Damit können schwere Behinderungen bei einem akuten Schlaganfall verhindert werden.

Umgesetzt wird das Verfahren von dem Neuroradiologen Dr. Oliver Kuhnt. Er ist Spezialist für diese Therapie und konnte von der Radiologie blikk am EvK Herne neu für die Akutbehandlung von Schlaganfallverletzten am Evangelischen Krankenhaus gewonnen werden. Damit erfährt das bisherige Spektrum der akuten Schlaganfallbehandlung durch das multiprofessionelle Team unter der Leitung der Oberärzte Dr. Lars Keller und M.D. Firas Arshid eine Erweiterung.

Bei dem Eingriff führt Dr. Oliver Kuhnt über die Leiste einen Katheter ein. Dieser wird im Gefäßsystem bis zu der Stelle vorgeführt, wo das Blutgerinnsel das hirnversorgende Gefäß verschließt. Über den Katheter kann der Thrombus entweder abgesaugt werden oder eine Art Drahtgeflecht (Stent-Retriever) fängt das Gerinnsel ein und entfernt es auf diese Weise. „Für den Laien mag sich das etwas beängstigend anhören, aber es handelt sich bei der Thrombektomie um ein sehr sicheres und effektives Verfahren“, erklärt Dr. Oliver Kuhnt.

Der Schlaganfall zählt mit 270.000 Betroffenen pro Jahr zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Mit der systemischen Thrombolyse und der Stroke-Unit-Therapie besteht seit über 25 Jahren eine Behandlungsmöglichkeit mit guten Heilungschancen. Mit der Etablierung kathetergestützter Therapieverfahren hat die akute Schlaganfalltherapie weitere große Fortschritte gemacht. Denn die Chance, die durch ein Gerinnsel verstopften Hirngefäße wieder zu eröffnen, ist dadurch deutlich größer geworden. „Doch für alle akuttherapeutischen Maßnahmen gilt, dass sie umso effektiver wirken, je früher und zielgerichteter sie angewandt werden“, betont Dr. Lars Keller.




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