18.10.2021 13:27

Vom Trainee zur Unternehmensspitze

Prokuristin tritt nach 35 Jahren in den Ruhestand


Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter, Prokuristin Brunhild Schmalz, Nachfolgerin Annika Machleit-Ebner und Frank Obenlüneschloß, Theologischer Direktor

„Am meisten werde ich die Menschen vermissen“, sagt Brunhild Schmalz mit Bedauern. Nach 35 Dienstjahren verabschiedet sich die Prokuristin der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel in den Ruhestand. Damit zieht die wichtigste Frau in dem Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Herne einen Schlussstrich unter ein abwechslungsreiches Arbeitsleben.

Angefangen hatte alles mit einer Banklehre. Doch Brunhild Schmalz spürte schnell, dass sie das nicht ausfüllte und schloss sofort ein Wirtschaftsstudium an. Zahlen waren ihr Ding, aber Zahlen ohne Verbindung zu Menschen erschienen ihr leer. Deshalb entschied sie sich in ihrer weiteren beruflichen Laufbahn für einen Job in der Gesundheitsbranche und trat am 1. Oktober 1986 ihre Stelle als Trainee im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel an. Verwaltungsdirektor war damals Volker Koch, ein Mann, dem es gelang, in Brunhild Schmalz die Faszination für die Krankenhauswelt zu wecken, die sie bis zu ihrem letzten Arbeitstag nicht verlieren sollte.

„Ich habe meine Zeit dort in sehr guter Erinnerung, weil ich es als tolles Haus mit einer sehr familiären Atmosphäre empfunden habe, wo ich überall mit offenen Armen empfangen wurde“, blickt Brunhild Schmalz zurück. Danach führte sie ihr Weg in die Personalabteilung, deren Leiterin sie mit 28 Jahren wurde. Dort erlebte sie es zum ersten Mal, was es hieß, als Frau eine Führungsposition innezuhaben. „Ich kann gar nicht sagen, wie oft man mir gesagt hat, dass man gern den Leiter der Personalabteilung sprechen möchte“, lacht sie.

Doch das hielt sie nicht davon ab, ihren weiteren Weg in Richtung Unternehmensspitze fortzusetzen. 1994 wurde sie Assistentin der Geschäftsführung, 1997 kaufmännische Leiterin, 2002 erhielt sie Gesamtprokura, 2009 folgte die Einzelprokura. Hinzukamen 2012 die Prokura für das EvK Witten sowie der Posten als Geschäftsführerin für die Tochtergesellschaften DLG, ZED und ZSVA. An der Seite von Krankenhausgemeinschaft-Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter trug sie wesentlich dazu bei, dass sich aus dem einfachen Zusammenschluss von drei Krankenhausstandorten ein stabiles und zukunftsträchtiges Gesundheitsunternehmen entwickeln konnte, das heute Arbeitgeber für 3.200 Beschäftigte ist.

Sie erwarb sich Respekt als die Frau, die für die Klärung der Detailfragen im Hintergrund sorgte. Sie schrieb Lageberichte und Wirtschaftspläne, sorgte dafür, dass alle Zahlen stimmten und juristische Rahmenbedingungen korrekt erfüllt wurden. Sie war es, die sich mit den arbeitsrechtlichen Details auseinandersetzte, als es um die Tochterausgründung ging. Aber sie war es auch, die die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitenden führte, die sich Zeit für die Sorgen und Nöte der Menschen nahm und alles in ihrer Macht Stehende dafür tat, Ängste zu nehmen, möglichst gute Lösungen zu finden. „Und wenn es manchmal nicht so ausging, wie der Einzelne es erhofft hatte, dann habe ich das als ganz furchtbar empfunden - erst recht, wenn es um Jobs im einfacheren Dienstleistungsbereich ging“, sagt die Prokuristin, die nie vergessen hat, dass sie in einer Dortmunder Zechensiedlung aufwuchs.




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