14.09.2018 09:49

Magenschrittmacher unterstützt Entleerung

Prof. Dr. Matthias Kemen bietet neues Therapieverfahren


Chefarzt Prof. Dr. Matthias Kemen

Wenn der Magennerv, der den Entleerungsprozess für den Mageninhalt in Gang setzt, nicht mehr funktioniert, entsteht bei den Betroffenen ein schmerzhaftes Völlegefühl. Der nicht funktionierende Entleerungsmechanismus führt dazu, dass der Magen bis zum Überlaufen gefüllt ist und der Patient erbrechen muss. Abhilfe kann ein Magenschrittmacher schaffen, der auf künstliche Weise den Entleerungsprozess in Gang setzt. Dieses neue Verfahren wird von Prof. Dr. Matthias Kemen, Chefarzt der Kliniken für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Herne, angeboten.

Die dafür erforderliche Operation besteht aus einem minimalinvasiven Eingriff, für den nur kleinste Schnitte notwendig sind. Dabei legt der Chirurg zwei Elektroden von außen an den Magen, um so die erforderlichen Reize auslösen zu können. Der dazu gehörige Taktgeber wird links im Bereich des Mittelbauchs unter der Bauchdecke platziert, so dass der Patient ihn nicht spürt.

Wird der Entleerungsprozess nicht künstlich unterstützt, leiert der Magen aufgrund der permanenten Überfüllung aus und wird überdurchschnittlich groß. Damit ist die Gefahr verbunden, dass Nahrungsreste von den Vortagen im Magen verbleiben und einen Gärungsprozess auslösen. Ausgeprägter Mundgeruch ist eine der spürbaren Folgen. Langfristig können die Ablagerungen auch  schwere Erkrankungen verursachen.

Der Magenschrittmacher fußt auf der Endostim-Technik, die Prof. Dr. Matthias Kemen bereits seit fünf Jahren erfolgreich bei Reflux-Patienten im Rahmen eines ebenfalls minimalinvasiven Eingriffs einsetzt, um den schmerzhaften Rückfluss von Magensäure durch einen impulsgesteuerten Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen zu regulieren. „Wir haben mit diesem Verfahren beste Erfahrungen gemacht und haben auch bei den ersten Patienten, denen wir jetzt den Magenschrittmacher eingesetzt haben, bislang nur positive Rückmeldung erhalten“, sagt er.



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