Kniechirurgie

In aller Regel haben die derzeit eingebauten Knieprothesen eine Lebenszeit von 10 bis 15 Jahren, durchaus aber auch darüber hinaus. Nach dieser Zeit kann es zu einem Auslockern der Prothese aus der Knochenverankerung, oder aber zu einem Verschleiß des zwischen den Metallimplantaten eingelegten Polyethyleninlays kommen.

Welche Sportarten dürfen mit einer Knieprothese ausgeübt werden

Grundsätzlich gilt, dass Sportarten, bei denen es zu einer stoßartigen Belastung oder bei denen abrupte Richtungswechsel aufkommen können vermieden werden sollten.

Geeignete Sportarten

  • Wandern/Walking
  • Skilanglauf
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Rudern/Paddeln

Bedingt geeignete Sportarten

  • Golf
  • Kegeln/Bowling
  • Segeln
  • Jogging
  • Leichtathletik

Nicht geeignete Sportarten

  • Alpin-Ski
  • Ballspiele
  • Reiten
  • Tennis

Allgemeine Information/Indikation

Arthrose des Kniegelenkes

Häufigster Grund für den Einbau einer Kniegelenkprothese stellt die sogenannte primäre Gonarthrose dar. Bei dieser Gesundheitsstörung ist es zu einer Abnutzung des Gelenkknorpels mit der Störung der Gelenkflächen des Kniegelenkes gekommen.

Darüber hinaus können auch schwere Unfallfolgen, Veränderungen bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, Lockerungen der Kniebänder oder aber große Knorpeldefekte den Einbau einer Prothese erforderlich machen.

Konservative Maßnahmen können bei Arthrose zu einer Minderung der Beschwerden führen. Hierzu gehören die physiotherapeutische Übungsbehandlung zum Aufbau der Muskulatur und zur Gangschulung, physikalische Maßnahmen in Form der Kälte- und Wärmebehandlung aber auch Bewegungsbad sowie die medikamentöse Therapie mittels schmerzlindernder Präparate.
Wenn trotz konservativer Maßnahmen keine Linderung des Beschwerdebildes eintritt, empfehlen wir den Einbau einer Kniegelenksprothese.

Zum Einsatz kommen moderne Prothesentypen um möglich viel Substanz vom eigenen Gewebe zu erhalten.

Nach Möglichkeit kommt beim prothetischen Ersatz des Kniegelenkes routinemäßig hochmodernes Navigationsgerät zum Einsatz. Hierdurch werden beste Voraussetzungen für eine langfristige optimale Gelenkfunktion geschaffen.

Prothesentypen

Man unterscheidet verschiedene Formen der Prothesen. So gibt es unikondyläre, bikondylären und gekoppelte Prothesen.

Bei den unikondylären Prothesen wird nur ein Teil der Gelenkfläche ersetzt. Die Indikation ist bei medial- oder lateralseitiger Arthrose gegeben. Dies hat den Vorteil, dass der noch intakte Anteil ihres Kniegelenkes, der ggf. noch nicht ersatzbedürftig ist, weitergenutzt wird.

Bei den bikondylären Prothesen werden sowohl die Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel komplett ersetzt. Die Indikation ist bei komplettem Verschleiß des Kniegelenkes gegeben.

Als spezielle Form gibt es noch die gekoppelten Prothesen. Bei dieser Form werden Ober- und Unterschenkelteil der Prothese durch ein Scharnier (Metallzapfen) miteinander verbunden. Diese Form der Prothesen ist auch schon zu den sogenannten Revisionsprothesen zu zählen, welche einem Prothesenwechsel zum Einsatz kommen.

Prothesenmaterial

Der Hauptteil der Prothese besteht aus Chrom-Nickel-Metall-Legierung. Bei Patienten bei denen eine Nickel oder Chrom-Allergie besteht kommt Titan oder aber eine Oberflächenbeschichtung als Prothesenmaterial zum Einsatz.  
Als Gleitlager zwischen den beiden Gelenkteilen wird ein Inlay aus Polyethylen eingesetzt. Dieses gleicht zum einen die Gelenkflächen aus, zum anderen aber auch als Stoßdämpfer zwischen den beiden Prothesenanteilen.

Stationärer Aufenthalt

Nach der Vorstellung in unserer ambulanten Sprechstunde geben wir den Patienten einen Termin zur stationären Aufnahme. Am Aufnahmetag erfolgt dann die Operationsvorbereitung (ggf. Röntgenaufnahme des Brustkorbs, EKG, Blutentnahme und das Aufklärungsgespräch).
In unserem Aufklärungsgespräch gehen wir auf die allgemeinen Operationsrisiken, wie Thrombose, Embolie, Wundentzündung oder Wundheilungsstörung und auf die speziellen Operationsrisiken der Implantation einer Kniegelenksendoprothese, wie die veränderte Beinachsengeometrie mit Beinlängenveränderung und Rotationsfehlstellungen ein.

Bei Bedarf und Wunsch besteht für Patienten die Möglichkeit zur Eigenblutspende.

Bereits am 1. postoperativen Tag wird das operierte Bein auf einer motorgetriebenen Schiene erstmalig mobilisiert, die Wunddrainage wird entfernt.  Am Folgetag werden die Patienten unter krankengymnastischer Einleitung an Unterarmgehstützen unter einer Teilbelastung von 10 – 20kg mobilisiert. Der stationäre Aufenthalt beläuft sich in aller Regel auf ca. 8 – 12 Tage.

Navigationsgestütztes Operieren

In Bezug auf die Risiken der Veränderungen der Beingeometrie steht die Weiterentwicklung der intraoperativen Navigation im Vordergrund.
Durch das navigationsgestützte Operieren ist eine höhere Genauigkeit während der Operation gegeben. So sind wir durch die Navigation in der Lage Schnittebenen am Schienenbein wie auch Oberschenkelknochen genau festzulegen. Hieraus resultiert eine genauere Beinachseneinstellung.

Rehabilitation

Was folgt nach dem Krankenhausaufenthalt?

Bereits zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme erfolgt durch die Klinik ein Antrag zur Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme. Je nach Wunsch des Patienten besteht die Möglichkeit eine ambulante Rehabilitation vor Ort einzuleiten, oder an einer mehrwöchigen stationären Maßnahme in einer der bekannten Rehabilitationsstandorte teilzunehmen.  
Ziel der Reha–Maßnahme ist es insbesondere die Muskulatur aufzubauen, das Gangbild zu verbessern, um damit schließlich ein sicheres Bewegen im täglichen Leben zu erreichen.

Haltbarkeit einer Knieprothese

In aller Regel haben die derzeit eingebauten Knieprothesen eine Lebenszeit von 10 bis 15 Jahren, durchaus aber auch darüber hinaus. Nach dieser Zeit kann es zu einem Auslockern der Prothese aus der Knochenverankerung, oder aber zu einem Verschleiß des zwischen den Metallimplantaten eingelegten Polyethyleninlays kommen.

Sport mit Knieprothese

Welche Sportarten dürfen mit einer Knieprothese ausgeübt werden

Grundsätzlich gilt, dass Sportarten, bei denen es zu einer stoßartigen Belastung oder bei denen abrupte Richtungswechsel aufkommen können vermieden werden sollten.

Geeignete Sportarten

  • Wandern/Walking
  • Skilanglauf
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Rudern/Paddeln

Bedingt geeignete Sportarten

  • Golf
  • Kegeln/Bowling
  • Segeln
  • Jogging
  • Leichtathletik

Nicht geeignete Sportarten

  • Alpin-Ski
  • Ballspiele
  • Reiten
  • Tennis