Handchirurgie

Unsere Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie versorgt alle akuten Verletzungen der Hand. Darüber hinaus behandeln wir angeborene Fehlstellungen sowie die verschiedensten Krankheitsbilder, die die Hand und den Unterarm betreffen.
Die Eingriffe erfolgen in der Hauptsache auf minimalinvasivem Wege.

Frakturen des Handskeletts

Die Frakturen des Handskeletts werden überwiegend ambulant versorgt. Hierbei kommen vorwiegend geschlossene minimal invasive Repositionsverfahren und Osteosynthesetechniken zur Anwendung.
Die postoperativen Ruhigstellungszeiten richten sich nach der Art und der Klassifikation der Fraktur. Es wird stets eine früh funktionelle postoperative Behandlung angestrebt.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung richtet sich nach der Art und der Lokalisation der Verletzung.
Auch hier wird eine früh mögliche funktionelle Nachbehandlung angestrebt.

Sehnenverletzung

Beugesehnen/Strecksehnenverletzung

Die Sehnen der Finger sind für die Greiffunktion der Hand unerlässlich und können je nach Ausdehnung der Verletzung zu einer erheblichen Funktionseinschränkung führen.

Ursachen der Verletzung

  1. Unfälle (Schnittverletzungen, Quetschung)
  2. degenerative Veränderung der Sehne

Die unfallbedingten Verletzungen sollten so früh wie möglich (innerhalb der ersten 6 Stunden) operativ versorgt werden. Falls möglich wird die direkte Wiedervereinigung der Sehnenstümpfe angestrebt. Bei größeren Defekten müssen Ersatzplastiken zur erfolgreichen Wiedererlangung der Funktion der Hand eingesetzt werden.

Bei degenerativen Veränderungen der Sehne (verschleißbedingte Sehnendurchtrennung) müssen vorwiegend Ersatzoperationen durch Sehnentransplantate herangezogen werden, um die Greiffunktion der Hand wieder herzustellen.

Schnellender Finger

Ursache

Es handelt sich hier um eine entzündliche Veränderung der Beugesehne in Höhe der Ringbänder der Hohlhand. Krankheitsursachen sind Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Rheuma. Gehäuft treten diese Erkrankungen auf bei Diabetikern. Ausschlaggebend ist die Einengung der Beugesehne in einen Sehnenkanal (Ringband in Höhe der Beugeseite der Mittelhandköpfchen), welche das Gleiten der Sehne verhindert.

Symptome

Die Erkrankung zeigt sich durch einen aktiv nicht mehr streckbaren Finger, der entweder nur durch Zuhilfenahme der anderen Hand oder mit Gewalt durch eine schnellende Bewegung wieder gestreckt werden kann.

Therapie

Über einen kleinen Schnitt wird das einengende Ringband gespalten, so dass die Sehne wieder einen freien Lauf hat.

Dupuytren`sche Kontraktur

Ursache

Hier handelt es sich um eine Verhärtung im Bereich der Hohlhand, die vornehmlich im Bereich des 4. und 5. Strahles der Hand lokalisiert ist.
Eine eindeutige Ursache ist bis zum heutigen Tage nicht bekannt. Man weiß, dass bei gewissen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes diese Erkrankung häufiger auftritt, offensichtlich tritt sie auch familiär gehäuft auf.

Symptome

Die Krankheit beginnt zunächst mit einer Knotenbildung in der Hohlhand und endet in einer Beugekontraktur des betroffenen Fingerstrahles, der auch passiv nicht mehr gestreckt werden kann.

Therapie

Bei einer funktionell beeinträchtigten Beugekontraktur des entsprechenden Fingerstrahls wird das verhärtete Gewebe in der Hohlhand - welches bis in die Finger hinein ziehen kann - durch zickzackförmige Schnittführungen vollständig entfernt, bis die Funktion des Fingers wieder hergestellt ist.

Nachbehandlung

Die Hautfäden werden nach ca. 10 Tagen entfernt. Bis dahin wird die Hand in einer Gipsschiene ruhig gestellt. Im Anschluss daran erfolgt eine intensive Krankengymnastik.

Behandlungsalternative

Injektion von Kollaginase (Xiapex)
Geeignet für die Behandlung dieser Patienten sind auch eigenstrahlbeschränkte Kontrakturen, die jedoch nicht bis in den Finger hinein reichen. Größere Erfahrungen stehen noch aus.

Kapaltunnelsyndrom

Ursache

Einengung des Karpaltunnels und mechanische Einengung des Nervus medianus.

Symptome

Hieraus erfolgt eine Durchblutungsstörung des Nervens mit klinischen Zeichen eines Einschlafsyndroms der ersten drei Finger und des vierten zur Hälfte, eine Schwäche der Hand und Schmerzen, die bis in den Ellenbogen hineinziehen.

Diagnostik

Neben den klinischen Untersuchungen sollte eine neurophysiologische Messung erfolgen, in der eindeutig eine Verlängerung der Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus medianus ab dem Karpaltunnel dokumentiert wird.

Therapie

In unserem Hause wird seit über 15 Jahren überwiegend die endoskopische Spaltung des Querbandes in der Hohlhand vorgenommen und nur bei Wiederauftreten eines Karpaltunnelsyndroms oder bei in der Endoskopie erkannten Unübersichtlichkeiten wird eine offene Karpaltunnelspaltung angestrebt.

Nachbehandlung

Über zwei Tage wird eine Gipsschiene getragen, nach sieben Tagen kann der Hautfaden entfernt werden, danach eigenständige Krankengymnastik.

Ganglion (Überbein)

Ursache

Reizzustände (Arthrosen oder Überlastung der Hand)

Symptome

Klinisch zeigt sich eine zystische Geschwulst, häufig über der Streckseite des Handgelenks oder im Bereich des Handrückens, jedoch auch an der Beugeseite des Handgelenks speichen- und ellenwärts.

Therapie

Ab einer gewissen Größe und Beschwerdesymptomatik ist eine operative Entfernung des Überbeins anzustreben. Häufig ist eine gestielte Verbindung bis zum Gelenk zu beobachten. Dieses fordert eine vollständige Verfolgung des Stiels bis ins Gelenk hin und eine Fensterung desselben.

Nachbehandlung

Tragen einer handgelenksüberschreitenden Gipsschiene über eine Woche, Entfernung der Hautfäden nach 10 Tagen.

Handgelenkarthroskopie

Zunehmend werden auch Beschwerden im Bereich des Handgelenks auf Binnenschädigung des Handgelenks zurückgeführt. Als Beispiel sei eine Verletzung des Discus triangularis (eine Art Meniskus des Handgelenks) als Ursache dieser Beschwerden aufgeführt.

Klinik

Belastungsabhängige Beschwerden im Bereich des Handgelenks, meist ellenseitig betont.

Die Handgelenkarthroskopie bietet die Möglichkeit einer operativen Sanierung der Verletzung des Discus triangularis sowie Diagnostik des Handgelenks bei durch andere Untersuchungen nicht zu diagnostizierenden Krankheitszuständen.
Des Weiteren kann im Rahmen einer Gelenkentzündung die Gelenkbinnenhaut über die Arthroskopie entfernt werden, um so eine chronische Schwellneigung zu beseitigen.
Es handelt sich hier um einen ambulanten Eingriff, wobei im Rahmen der Nachbehandlung nur eine vorübergehende Schonung, keine Gipsruhigstellung, notwendig ist.

Daumensattelgelenkarthrose

Es handelt sich hier um eine Verschleißveränderung des Gelenkknorpels im Bereich des Daumensattelgelenks (Verbindung des 1. Mittelhandknochens mit einem Handwurzelknochen).

Klinisch macht sie dies durch Beschwerden bei Einsatz des Daumens bemerkbar sowie eine Schwellung der speichenwärtigen Seite der Mittelhand.

Diagnostik

In der Nativröntgenaufnahme  der Hand zeigt sich eine Aufhebung des Gelenkspaltes im Bereich des Daumensattelgelenks, oft bei fortgeschrittenem Befund begeleitend mit einer Subluxationsstellung.

Therapie

Im Anfangsstadium mögen die Verordnung einer Orthese oder intraartikuläre Cortisoninjektionen hilfreich sein. Bei konservativ nicht mehr zu beherrschenden Beschwerden ist ein operatives Vorgehen zu wählen.

Operationsmethode: Suspensionsarthroplastik

Bei dieser Operation wird ein kleiner Handwurzelknochen entfernt. Damit wird die Reibung des ersten Mittelhandknochens mit diesem Handwurzelknochen unterbrochen. Der erste Mittelhandknochen wird an einer Sehne aufgehängt.

Bei einer zweiten Operation wird, meist bei Männern, die noch die volle Kraft der Hand benötigen, eine Versteifung des ersten Mittelhandknochens mit dem Handwurzelknochen vorgenommen. Nachteil dieser Methode ist eine gewisse Bewegungseinschränkung im Daumensattelgelenk, was jedoch von Männern, die hart arbeiten gut toleriert wird.